Im Mühlviertel: Oberkappel – Ameisberg – Lembach

Der Gasthof hat sechs Zimmer. Die Wirtin erzählt mir, dass es eine Zeit gab, als Gasthöfe oder Restaurants in der Region ihr Geschäft um Zimmervermietung erweiterten. Meistens nur wenige Zimmer. Das Hauptgeschäft blieb aber der Restaurantbetrieb. So ist es auch in diesem Gasthof: das Essen ist phänomenal und die Gaststube ist brechend voll (soweit man das in Coronazeiten sagen kann).

Beim Verlassen von Oberkappel mache ich noch schnell einen Abstecher an die ehemalige Grenzstation. Dabei komme ich an einem Cafehaus vorbei. In dem Cafehaus sitzen bestimmt 15-20 österreichische Grenzer in Uniform. Alte und junge Grenzer, die sich angeregt unterhalten und einen Frühschoppen halten. Ich denke über die Perspektiven der jungen Grenzer nach. Eine deutsch-österreichische Grenze zu „bewachen“ oder den Warenverkehr hier zu „überwachen“? Das hört sich erst einmal nach einem entspannten Job an im Zuge einer immer stärkeren Europäisierung. Auf der anderen Seite, ständig von den senioren Grenzern anzuhören, wie spannend, aufregend und relevant die Arbeit mal war, stelle ich mir sehr frustrierend vor.

Der gestrige Tag mit meinen Ab- und Umwegen hat mich noch mal dazu gebracht, im Internet nach einer mobilen Kartenlösung zu suchen. Schließlich habe ich eine Anwendung gefunden und probiere sie gleich aus. Tatsächlich führt sie mich genau den E8 entlang. Sogar mit Maschinenstimme. Die Stimme ist nicht ganz so mein Typ. Ich würde eine schöne Altstimme bevorzugen. Einladender könnte die Stimme auch sein, Kommandoton ist auch nicht so meins.

Heute sind am Anfang erst einmal 600 Höhenmeter zu bewältigen. Das geht nicht schnell, sondern langsam. Die Landschaft im Rohrbacher Land ist stärker zersiedelt als im Bayrischen Wald. Wald, Felder, Wiesen und Dörfer wechseln relativ häufig. Ich komme durch Wald, wo es größere Baumschäden gegeben hatte, die jetzt aufgetürmt werden. Viele Fichten sind gefällt worden und es riecht stark nach den ätherischen Ölen. Die Sonne scheint darauf. Ich liebe diesen Geruch.

Mittags habe ich total verschwitzt den höchsten Punkt erreicht, den Ameisberg. Der Berg ist bewaldet und auf dem Gipfel führen Straßen hoch und es steht ein Sendemast. Aber leider keine Aussicht. Schade. So ein zünftiger Aufstieg wird eigentlich nur durch eine schöne Aussicht belohnt. So komme ich mir ein bisschen um meine Belohnung betrogen vor. Ich ziehe mein nasses Hemd aus und hänge es zum Trocknen an den Rucksack.

Es geht weiter durch den Wald. Die Kartenanwendung hat manchmal bei vielen Forstwegen Orientierungsprobleme im Wald, ansonsten habe ich alle Wegpunkte problemlos gefunden. Echt kommod. Ich fange an, mich zu entspannen. Heute kein Umwege über befahrene Landstraße wäre super. Zweimal lichtet sich der Wald und ich kriege dann doch noch einen Panoramablick.

Dann zeigt auf einmal die Anwendung einen Weg an und ich soll rechts darauf abbiegen, aber da ist kein Weg, sondern es steht dort ein Haus. Glücklicherweise kommen zwei Spaziergängerinnen mir entgegen. Ich frage beide nach dem Weg. Sie überlegen kurz und beschreiben mir den Weg für die nächsten ein, zwei Kilometer sehr akkurat. Dann fragen sie mich, ob ich ein Pilger sei. Ich erzähle ihnen meine Motivation, Wanderziel und -weise. Die beiden kommen aus der Gegend und erzählen, dass sie am Montag wieder in die Schule müssen. Ich stutze, die jüngere sind nicht mehr so jung aus als dass sie in die Schule müsste. Die ältere ist Grundschullehrerin und sagt, dass sie noch ein bisschen arbeiten müsste bis zum Ruhestand. Ich bin wieder irritiert. Was meint sie mit ein „bisschen“? Schließlich frage ich die beiden nach ihrem Alter und muss feststellen, dass ich mich beiden locker um 10-15 Jahre verschätzt habe! Ich frage die beiden nach ihrem Geheimnis. Die beiden lachen und wir überlegen gemeinsam. Zuerst meinen sie, dass es an der Ruhe auf dem Land liegen könnte. Ruhe meint hier nicht, dass es still ist (das ist es auch auf dem Land nicht), sondern das Fehlen von Autolärm oder der Krach von Maschinen. Am Ende unseres Gespräches glauben wir, dass es an der Arbeit mit den Kindern liegen muss. Auch ihre Tochter arbeitet in der Kinderbetreuung. Ich verabschiede mich von den zwei freundlichen Damen.

Am Abend erreiche ich meine Unterkunft. Es ist kurz nach 18 Uhr und die Sonne ist schon am Untergehen. Ich merke, dass es Herbst wird.

Mein guter austrostämmiger Freund hatte ja schon angedeutet, dass in Österreich die Wegmarkierung für den E8 vielleicht nicht ganz so wie in Deutschland sein könnte. Er hat heute recht behalten: Eine sehr schöne Markierung auf 18 Kilometer. Auch die andere Wege sind eher für Ortskundige markiert.

Vom Bayrischen Wald ins Mühlviertel: Kellberg – Oberkappel

Kellberg liegt auf einem Berggipfel und ich habe am Morgen einen guten Rundblick, d.h. aber auch zuerst geht es bergab. Ich laufe die Landstraße entlang. Kellberg und Flattendorf sind Luftkurort und der Hauptarbeitgeber ist eine onkologische Klinik. Immer wieder kommen mir Gruppen und Einzelpersonen entgegen, die Nordic Walking machen. Für diese Menschen sind anscheinend auch überall gute Wanderkarten aufgehängt. An diesen orientiere ich mich und finde einen Zuweg zum E8.

Nach Flattendorf geht es durch ein Wald hinunter in das Tal der Erlau. Dort war vor ca. 200 Jahren eine Papiermühle, die inzwischen sich in ein Graphitwerk verwandelt hat und zu einem internationalen Konzern gehört. Der Aubach mündet in die Erlau. Hier finde ich auch das E8 Zeichen wieder. Ich bin erleichtert. Die nächsten sieben bis acht Kilometer geht es ganz easy das Aubachtal hoch und ich muss mich nicht um die Wegfindung kümmern. Es geht sachte bergauf, das Aubachtal ist idyllisch, der Aubach plätschert und der Weg ist breit und bequem. Ich entdecke sogar einen goldenen Käfer, der sich von mir in Schockstarre fotografieren lässt.

In Kropfmull verlasse ich das Aubachtal. Hier steht das moderne einzige Graphitwerk in Europa. Der Rohstoff wird aus der ganzen Welt hier angeliefert und weiterverarbeitet zu Schmierstoffen und natürlich auch zu Bleistiftminen. Mitten in der Natur im Bayrischen Wald auf so eine große Industrieanlage zu stossen, befremdet mich. Ich fühle mich ein bisschen wie vor dem Industriepark in Frankfurt Höchst. Hier gibt es einen kleinen Edekaladen mit Metzgerei. Es sieht aus wie in einem Frankfurter Gewerbegebiet. Ich hole mir eine Leberkässemmel.

Danach geht es weiter, immer stramm bergauf. Ich komme gut ins Schwitzen. Bei einem aufgelassenen Bergwerksstollen mache ich Rast. Der Stollen ist inzwischen ein kleines Museum. Und weiter geht es bergauf. Eigentlich immer geradeaus Richtung Süden. Und trotzdem ich komme mal wieder vom Weg ab und lande auf der Landstraße. Schon wieder! Immer stramm bergauf. Bald habe ich den höchsten Punkt des Tages erreicht. An mir fahren immer wieder Autos vorbei. Das sind die Teile der Wanderung, die ich so gar nicht mag. Es ist inzwischen später Nachmittag.

Ich habe telefonisch ein Zimmer klar gemacht. Leider nicht am Rannasee, wie ich es mir gewünscht hätte, aber die Unterkünfte dort sind entweder geschlossen oder komplett belegt. Ich habe eine Unterkunft in Oberkappeln gefunden, das in Österreich liegt. Das bedeutet nochmal vier Kilometer mehr.

Ab dem nächsten Ort versuche ich es mit Trampen, um ein paar Kilometer Landstraße abzukürzen, bis ich wieder auf einen Wanderweg komme. Niemand nimmt mich mit. Ein Bauer auf einem langsamen Traktor lacht mich sogar aus. Sollten die Niederbayern im Landkreis Passau nicht ganz so nett sein, wie im Rest von Niederbayern? Aber Humor haben sie offensichtlich. Immer wieder sehe ich skurrile Gegenstände (eine Telefonzelle, aus der die Queen angeblich telefoniert haben soll), erweiterte religiöse Figuren (ein Jesus am Kreuz mit Waffen und Handwerkszeug) oder lustige Schilder (für eine Übersetzung stehe ich gerne zur Verfügung).

Ich wandere weiter und nutze die nächste Gelegenheit von der Landstraße weg zu kommen. Dort entdecke ich eine kleine Kapelle mit einer Bank und einer schönen Aussicht. Diese Kapelle ist der erfolgreichen Flurbereinigung vor fünfzig Jahren gewidmet worden. Die Flurbereinigung hat neun Jahre gedauert. Eine lange Zeit. Es wird auch zwei Bürgermeistern gedacht, die anscheinend beide im Amt und während der Flurbereinigungsphase gestorben sind. Das muss eine wirklich schwierige Flurbereinigung gewesen sein, denke ich mir. Ich mache Rast und genieße den Ausblick und die Abendstimmung. Es sind ein paar dunkle Wolken aufgezogen. Ich höre immer wieder etwas über mir brummen. Was ist das? Als ich nach oben schaue, sehe ich an der Decke der Kapelle ein Hornissennest. Vielleicht ein Symbol für die Giftigkeit der Protagonisten während der Flurbereinigung? Irgendwie haben sie sich anscheinend damals dann doch geeinigt und sich selbst ein Denkmal gesetzt. Die Hornissen in dem Nest aber sind lebendig.

Es wird Abend und ich wandere nach Wildenranna talabwärts. Es liegen noch mindestens sechs bis sieben Kilometer vor mir. Meine Füsse schmerzen. Ich habe keine Lust mich wieder zu verlaufen und frage die erstbesten Passanten nach dem kürzesten Weg: Eine Niederbayerin, die gerade ihre Tochter und Enkelkind verabschiedet. Sie sind hilfsbereit und überlegen, welches der beste Weg sein könnte. Dann fangen sie das Erklären an: Es gibt einen direkten Waldweg, aber mit hohem Risiko sich zu verlaufen. Ich muss frustriert aussehen, denn auf einmal bietet die Großmutter mir an, mich die letzten Kilometer zu fahren. Hurra, es gibt doch nette Niederbayern im Landkreis Passau! Mit dem Auto fahren wir dann die letzten Kilometer Landstraße für heute und ich komme so mit Sonnenuntergang in Oberkappeln, im Mühlviertel, in Oberösterreich und in Österreich an.

Endlich in Oberkappeln

Ich bin schon gespannt, wie die Österreicher den E8 markiert haben.

Im Bayrischen Wald: Passau – Krellberg

Heute morgen geht es wieder los nach der gestrigen Pause. Passau und die Flüsse liegen im Nebel. Ich verabschiede mich von der schwarzen Ilz. Es geht anfangs ersteinmal wieder bergauf. Der E8 ist nur an der Ilzbrücke ausgeschildert, ansonsten fehlt jedwede Markierung. Ich orientiere mich am Goldsteig und folge dessen Markierungen. Es geht an einer Kirche vorbei und bald bin ich auf einem gut ausgebauten Waldweg. Von da aus über Felder zu einem Ort, wo ich mich im lokalen Supermarkt mit Lebensmittel versorge. Dann geht es wieder in den Wald. Immer weiter folge ich dem Goldsteig.

In Zieglreuth wird das Gefälle noch mal steiler. Entsprechend langsamer werde ich. Ich komme an einem Garten vorbei, aus dem Schlagermusik ertönt. Ein älterer Mann steht am Zaun und mustert mich eindringlich. Ich schaue ihn auch an und sage: „Grüß Gott!“. Er grüßt zurück und ruft mir zu: „Sie sehen gut aus! Der Bart ist schön und der Hut auch. Sie sehen aus wie aus Südfrankreich!“ Ich muss lachen und erkläre ihm, dass ich aus Deutschland sei. Auf einmal fängt der Mann an zu erzähle:. Er ist vor einigen Monaten schwer im Garten gestürzt und hat sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. U.a. dass auch ein Gesichtsnerv davon betroffen war und dass das Monate dauert bis alles heilen würden. Jetzt darf er nicht mehr Auto fahren und muss bei seinen Gartenarbeiten aufpassen. Unvermittelt wechselt er das Thema, alle im Dorf würden ihn für den bösen Mann halten, weil er die Katzen der Nachbarn aus seinem Garten vertreiben würde. Als Entschuldigung führt er an, dass Katzen nie zuhause ihr Geschäft verrichten würden, sondern dafür seinen Garten benutzen. Er hat dafür eine Extraschaufel und Besen, damit sammelt er den Katzenkot ein und wirft ihn bei den Nachbarn in den Garten. Aber er liebt alle Tiere, versichert er mir.

Plötzlich sehe ich wie zwei Wanderer auf dem Weg von oben kommen. Zwei Weitwanderer. Ich unterbreche das Gespräch mit dem alten Mann und tausche mich kurz mit den beiden aus. Sie sind seit zwölf Tagen unterwegs und laufen heute noch bis Passau und beenden dann ihre Tour. Sie haben ähnliche Erfahrungen mit anderen Wanderern gemacht wie ich und sind dem Goldsteig der tschechischen Grenzen entlang gefolgt. Dann verabschieden wir uns. 

Ich drehe mich nach dem alten Mann um, der ist aber nicht mehr zu sehen. Ich gehe ein paar Schritte weiter und auf einmal taucht er wieder auf und hält eine Art Holzwurzel in der einen Hand. „Das ist der Teufel!“ sagt er mir und schaut mich intensiv an. Ich kann nicht widerstehen und fotografiere ihn so. Dann verabschieden wir uns freundlich von einander. Ich komme ins Grübeln, wie stark der Sturz ihn vielleicht auch mental beeinflusst haben könnte.

Nach Zieglreuth geht es wieder durch den Wald bis ich eine Landstraße mit separatem Fahrradweg erreiche. Die Wegmarkierungen des Goldsteigs sind gut zu erkennen. Ich habe wieder Netzempfang und überprüfe, inwieweit ich noch auf dem E8 bin. Mist! Er liegt um ca. 500 Meter daneben und ich bin an einer Stelle, wo der Goldsteig eine andere Route nimmt. 

Ich improvisiere und wandere nach Kellberg. Kellberg liegt auf der Spitze des Berges und ist ein Kurort. Nach einigen Versuchen finde ich einen Gasthof für die Nacht. Der Gasthof ist überraschend geschmackvoll eingerichtet. Der Innenarchitekt hatte ein gutes Gefühl für Proportionen und Farben. Ich fühle mich in meinem Zimmer wohl. Auch der Biergarten ist sehr hübsch. In den Fluren hängen Bilder der jungen Tochter des Hauses auf verschiedenen Urlauben und unterschiedlichen Situationen. Gut gemacht. Da hat ein guter Fotograf (oder Fotografin) sein Motiv gefunden. Alle Bilder sind gerahmt und mit Passepartout. Mein alter WG Kumpel, der selber professionell fotografiert hat und eine Galerie für einige Jahre sein eigen nannte, hätte sich gefreut.

Am Abend gehe ich eine Runde durch das Dorf. Der Gasthof liegt neben der Kirche und gegenüber einem kleinen Museum, das die alte Dorfschmiede zeigt. Das Museum ist offen und ich lerne, dass damals Schmied, Wagner und Gasthof eine Art Aufgabenteilung hatte: wenn z.B. ein Bauer sein Wagen zum Reparieren brachte, dann machte der Schmied das entsprechende Eisenstück, der Wagner baute es ein und im besten Fall wartete der Kunde im Gasthof darauf, dass alles fertig wurde.

Morgen möchte ich den E8 bis zur österreichischen Grenze wandern.

Im Bayrischen Wald durch das Ilztal nach Passau

Um sechs Uhr werde ich von der bayrischen gemeinen Hausmücke geweckt. Ich spüre die zahlreichen juckenden Stiche, sie war offensichtlich schon ein paar Mal in der Nacht bei mir gewesen. Ich bin zu müde, um auf Mückenjagd zu gehen, aber schon zu wach, um gleich wieder einzuschlafen. Das Notzimmer hat keine Vorhänge und ich kann die Morgenröte sehen. Dann schlafe ich doch noch einmal ein.

Heute ist ein schöner und sonniger Tag. Ich verlasse Fürsteneck und wandere wieder zur Ilz runter. Der Weg geht immer auf der linken Seite der Ilz flussabwärts. Auf dem Goldsteig begegnen mir immer Tageswanderer, meistens Paare. Es scheint zu stimmen, was die Wirtin gesagt hat, September ist der beste Monat für die Gastronomie im Bayrischen Wald. Die Ilz und das Ilztal wird immer breiter, es ist wirklich ein wunderschönes naturbelassenes Flusstal. Der Weg läuft größtenteils durch Auwald immer in der Nähe des Flusses.

Heute habe ich Glück und sehe eine Wasseramsel, die immer wieder auf Steinen in der Ilz landet und sich dann ins Wasser stürzt. Die Wasseramsel macht den Fischen Konkurrenz um ihr Futter und wärmt sich immer mal wieder auf großen Flöussteinen in der Sonne auf. Auch drei Gänsesäger sehe ich, die pfeilschnell gegen den Strom mit dem Schnabel im Wasser auf Futterjagd gehen. Sie sind um einiges größer als Stockenten, die auch immer mal wieder auf dem Fluß zu sehen sind.

Der Goldsteig verläuft parallel zu Eisenbahngleisen. Ich erreiche den Ort Kalteneck und sehe einen Bahnhof. Der Zug verkehrt im Ilztal nur am Wochenende und wird mit ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben. Es hängt ein Fahrplan aus. Schade, heute ist Dienstag. Ich wär jetzt echt gern ein bisschen mit der Bahn gemütlich durch das Ilztal gefahren. Das ist bestimmt total romantisch. In Kalteneck bin ich mir unsicher, was den richtigen Weg betrifft. Netz habe ich auch keines mehr. Geht es jetzt rechts oder links an der Ilz nach Passau? Ich entscheide mich, weiter auf der linken Seite zu bleiben.

Nach ein paar hundert Metern stehe ich vor einer Wegsperre. Schon wieder Holzfällarbeiten! Ich drehe um und will zurückgehen. Dann fällt mir ein, dass der Weg ja parallel zur Bahnlinie verläuft. Wenn ich jetzt einfach die Bahngleise langlaufen würde und die Wegsperrung umgehe? Ich zögere, wegen der mögliche Gefahr. Aber dann: Die Bahn fährt ja schließlich nur am Wochenende. Und schon laufe ich auf den Gleisen flussabwärts. Jetzt komme ich mir ein bisschen vor wie ein amerikanischer Hobo; Wanderarbeiter, die an den Gleisen entlanggelaufen und schwarz mit Güterzügen kreuz und quer durch die Staaten gefahren sind. Bald wechsle ich wieder auf den Wanderweg und bleibe aufmerksam, falls die Holzfäller noch vor mir sind. Ich laufe weiter bis ich wieder auf ein Hindernis stosse. Bäume liegen quer über den Weg. Jetzt ist wirklich kein Wunder mehr, dass mir niemand begegnet. Dieses Hindernis kann ich einfach umgehen.

Es wird Nachmittag und allmählich kriege ich Appetit. Ich bin bisher ohne Pause gelaufen. Im nächsten Ort verlasse ich den Weg, weil ich einen Wegweiser zu einer Pizzeria sehe. Ich überquere den Fluß über eine Brücke. Aber der Gasthof hat heute Ruhetag und ich muss wieder umkehren. Dabei komme ich an einer Bushaltestelle vorbei. Eine Frau sitzt dort. Ich frage sie, auf welchen Bus sie wartet. Sie antwortet, nach Passau, wenn der Bus denn endlich käme. Ich denke kurz an meine Tante, sie würde jetzt sagen: „Was will dir das Universum sagen?“ Ich verstehe die Botschaft so, dass ich mit dem Bus den Rest der Strecke nach Passau fahren, einen Herberge finden und in aller Ruhe meinen Pausentag starten soll. Kaum ist meine Überlegung fertig, kommt auch schon der verspätete Bus und ich steige ein.

Im Bayrischen Wald durch das Ilztal: – Schloß Fürsteneck

Heute sehe ich früher auf als sonst. Heute habe ich einen Termin für eine Videokonferenz mit meiner experimentellen virtuellen Trainingsgruppe. Wann? 15 Uhr Wo? Weiß ich noch nicht, irgendwo an der Route, wo es ein W-Lan gibt. Ich breche auf. Zuerst geht es die Anhöhe hoch durch den Ort Saldenburg. Alles ist ruhig. Ich begegne in dem Ort keine Menschenseele. Saldenburg hat einen kleinen See, wo man schön baden kann. Heute nicht. Ich habe einen Termin. Der größte Teil der Strecke geht leicht bergab.

Zuerst wandere ich durch den Wald immer den Markierungen des südlichen Goldsteigs entlang. E8 und Goldsteig laufen ab den Saldenburger See gemeinsam. Sonst wäre ich echt aufgeschmissen. Kurz hinter Saldenburg habe ich schon keinen Empfang mehr und das bleibt so bis zu meinem Tagesziel. Es geht solange durch Wald, Felder und kleine Ortschaften bis ich den Ursprung der Ilz erreicht habe. Drei Bäche fließen zusammen und bilden die Ilz, die „schwarze Perle“ unter den Flüssen Deutschlands. Die Ilz ist eines der letzten Wildwassergebiete in Deutschland. Der Wanderweg geht mehr oder weniger dem Fluß entlang. Es soll hier Flussotter geben. Das wäre schon toll, wenn ich eines dieser seltenen Tiere sehen könnte.

Kurz darauf sehe ich ein Schild: Gasthof Schrottbaummühle hat am Montag Ruhetag. Mist! Das wäre der erste Gasthof gewesen, wo ich versuchen wollte, ein Zimmer mit W-Lan zu kriegen. Jetzt haben die Ruhetag. Kein Wunder, dass ich heute morgen niemand telefonisch erreicht habe. Ich ziehe das Tempo a,n ohne dabei die Schönheit des Flusstales ausser Acht zu lassen. Gar nicht so einfach, obwohl ich heute quasi wie von selbst laufe. Der Boden ist schön weich, fast federnd, da viele Fichten- und Tannennadeln auf dem Boden liegen. Es macht Spaß.

Ich erreiche die Schrottbaummühle. Ein paar Camper sehe ich, sonst niemanden. Der Gasthof hat tatsächlich Ruhetag. Ich schaue auf die Uhr. Fürsteneck ist meine nächste Möglichkeit. Hoffentlich haben die nicht auch heute Ruhetag. Ich schaue mir die Wanderkarte an und überlege, ob es vielleicht noch andere Alternativen gibt. Inzwischen ist es 13 Uhr. Eine Familie mit Hunden kommt um die Ecke gebogen und warnt mich vor Baumfällarbeiten, die auf dem Weg gerade geschehen. Ich überlege, wenn ich da auch noch aufgehalten werde, dann kann ich mir das virtuelle Treffen heute abschminken.

Ich versuche es trotzdem. Kurz nachdem ich wieder auf dem Weg bin, sehe ich drei Vögel flußaufwärts schwimmen. Ich vermute, dass es Gänsesäger sind. Auf jeden Fall habe ich diese Vogelart noch nie gesehen. Es sind zwar keine Fischotter, ich bin trotzdem glücklich, diese Vögel beobachten zu können.

Jetzt aber weiter. Tatsächlich komme ich schon bald an eine Wegsperrung, die vor Baumfällmaßnahmen warnt. Ich kann die Kettensäge hören und tatsächlich kracht gleich daran ein Baum am Hang hinunter. Ich überquere die Absperrung und schaue nach dem Baumfäller. Ich kann ihn relativ schnell sehen, da er eine auffällige Schutzkleidung trägt. Nach ein paar mal Hallo rufen, wird er aufmerksam auf mich und winkt mich durch. Schnell durchquere ich den abgesperrten Wegbereich.

Gegen halb zwei bin ich nur noch einen halben Kilometer von Fürsteneck entfernt. Bisher ging es immer schön an der Ilz entlang. Jetzt geht es auf einmal steil den Hang hoch. Mist, auch das noch! Ich versuche, den Weg hochzugehen ohne viel an Tempo zu verlieren. Um 13:45 bin ich oben angelangt und sehe das Schloß Fürsteneck vor mir.

Ein Schild meldet mir: „Dienstag Ruhetag“. Ok, also offen haben sie, ich betrete das Schloß über die Brücke und finde über den Schloßplatz den Gasthof. Zuerst beachtet mich niemand und ich frage mich zur Rezeption durch. Das Mädchen an der Rezeption gibt mir dann die Auskunft, dass alle Zimmer belegt seien, sie aber noch die Chefin fragen könnte. Ein paar Minuten später ist die Chefin da und ich erläutern ihr meinen Wunsch: Ein Bett – W-Lan – Dusche. Auch sie erklärt mir, dass alle Zimmer belegt seien. Aber sie hat noch ein Zimmer für Notfälle, das direkt hinter der Rezeption und neben der Waschküche liegt. Ich sage sofort zu.

Jetzt bin ich erleichtert, es scheint doch noch mit meinem Termin pünktlich zu klappen. Die Wirtin zeigt mir das Zimmer. Auf einem Bett steht ihr schwarzer Schmuckkoffer. Ich muss lachen und sie zeigt mir ihren Schmuck. Ein – oder zweimal hat sie sogar schon was aus diesem Kasten auf Märkten verkauft. Sie packt den Koffer weg und beauftragt einen der Angestellten, dass Zimmer sauber zu machen. Ich muss solange warten und beschließe etwas zu essen, solange die Küche auf hat.

Im Speisezimmer funktioniert das W-Lan nicht und es gibt auch keinen Empfang. Echt jetzt?! Ich frage bei der Wirtin nach. Die Wirtin erklärt mir, dass die Mauern im Schloß so dick sind, dass das W-Lan nur in einigen wenigen Zimmer funktioniert würde. Die gute Nachricht: Das Notzimmer hätte sogar mit den besten Empfang. Na, hoffentlich stimmt das. Ich esse in Ruhe und gehe danach das W-Lan auf meinem Zimmer ausprobieren. Es funktioniert. Ufff!! In aller Ruhe gehe ich in der Waschküche duschen und bin 5 Minuten vor dem Termin in der Konferenz.

Das Treffen mit meinen Gruppenmitgliedern ist dann sehr kurzweilig, spannend und interessant. Um 18 Uhr beenden wir das virtuelle Treffen.

Ich schaue mir das Schloß ein bisschen an, das in seiner Geschichte noch niemals eingenommen wurde und als „unbesiegbar“ gilt. Die Lage hoch über der Ilz ist auf jeden Fall traumhaft. In meinem Zimmer kann ich den Fluß rauschen hören.

Morgen geht es nach Passau und dann lege ich einen Pausentag ein.

Im Bayrischen Wald: Zenting – Hundsruck

Der Gasthof ist voll. Beim Frühstück sind alle Tische besetzt. Im Haus sind neben vielen Paaren, eine Seminargruppe und eine Gruppe von Wanderern. Das Frühstücksbüffet ist gut sortiert, viele frische Sachen. Es ist hektisch. Die Hygieneregeln machen den Ablauf für das Personal umständlich und sie sind alle im Laufschritt unterwegs. Ich sitze als einziger alleine an einem Tisch. Am Nachbartisch sitzt ein chinesisches Pärchen. Das Gesicht der Frau kommt mir bekannt vor. Ich spreche sie darauf an. Es stellt sich heraus, dass ich sie vor wahrscheinlich acht Jahren im Interview hatte. Sie kann sich an mein Gesicht nicht mehr erinnern. Kein Wunder, bei dem Weihnachtsmannbart, den ich aktuell trage! Jetzt ist sie frisch verheiratet und verbringt ein „Testwochenende“ im Bayrischen Wald, um auszuprobieren, ob sie hier ihre Flitterwochen verbringen wollen. Schon seltsam, man scheint sich wirklich immer zweimal im Leben zu begegnen.

Ich verlasse Zenting. Der Goldsteig war bisher immer sehr gut beschildert. Der E8 ist es seit Tagen nicht mehr. In Zenting läuft der E8 getrennt vom Goldsteig bis Saldenburg. Und schon sind die Wegmarken wieder sehr spärlich. Ich muss genau aufpassen. Es geht durch den Wald, dann überquere ich den Zentinger Bach. Nach einer Weile stosse ich in einem Dorf wieder auf den Goldsteig. Ich beschließe auf den Goldsteig zu wechseln. Leider zuerst in die falsche Richtung. Nach einem Kilometer merke ich es. Frustriert kehre ich wieder um zu dem Punkt, wo ich in die Irre gelaufen bin. Das einzig gute an dem Umweg ist, dass ich ein grünes Heupferd sehe. Es lässt mich ganz nah rankommen, so dass ich es fotografieren kann. Das Insekt ist sehr groß und kann sogar fliegen und doch ist es sehr gut getarnt.

Grünes Heupferd

Ich komme durch ein kleines Dorf. Dort sehe ich schwarze Minirinder. Sie sehen richtig kuschelig aus. Nach einer kleinen Rast geht es wieder durch den Wald. Ich folge einem Bach. Hier wächst sehr viel indisches Springkraut, das teilweise mehr als mannshoch gewachsen ist. Das Springkraut ist mir immer wieder auf meiner Wanderung begegnet. Zuerst noch klein und im Laufe des Sommers immer höher gewachsen.

Ich erreiche mein Tagesziel. Der Gasthof hat leider heute geschlossen. Die Wirtin ist aber nett und bereitet mir etwas kleines Warmes zu essen. Sie erzählt mir, dass schon seit Jahren kein E8 Wanderer bei ihr vorbeigekommen ist. Die Wanderer, die bei ihr zu Gast sind, laufen den Goldsteig entlang. Das bestätigt meine Beobachtungen der letzten Wochen. Ich komme mir wie ein Relikt aus alten Zeiten vor. Der letzte Mohikaner auf dem E8. Kein Wunder, dass die Wegmarkierungen für diesen Weg so oft stiefmütterlich behandelt werden. Die Wegepfleger investieren ihre Zeit und Energie eher auf die – auch von der EU – gesponserten Premiumwanderwege. Die snd wirklich top markiert.

Die Wirtsleute sind sehr nett und helfen mir, die Route für die nächsten Tage bis Passau festzulegen. Die Wirtin will sogar morgen bei einem ihr bekannten Gasthof anrufen, um zu checken, ob ich dort morgen übernachten kann.

Ich fühle mich gut und entspannt.

Im Bayrischen Wald: Lemming – Brotjacklriegel – Zenting

Heute morgen komme ich schwer aus dem Bett. Frühstück gibt es aber im Gasthof nur bis 9 Uhr. Also stehe ich auf. Das Frühstück ist besser als gedacht. Frisches Obst und selbstgemachter Apfelsaft.

Beim Aufräumen verliere ich eine meiner Socken. Jetzt habe ich noch anderthalb Paare. In Passau werde ich mir ein neues Paar kaufen.

Das Wetter ist schön als ich losgehe. Die Wegmarkierungen sind nicht so gut wie gestern. Immer wieder muss ich umkehren und neu ansetzen. Ich bin gereizt. Die Wegmarkierungen verschwinden außerhalb der Ortschaft ganz. Es geht steil in den Wald hinauf. Es wird wärmer und ich schwitze ordentlich. Mein Hemd ist klitschnass. Immer noch keine Wegmarkierung. Allmählich bekomme ich das Gefühl, dass ich den total falschen Weg gewählt habe. Hätte ich bloß einen Pausentag heute gemacht. Ich orientiere mich an der Kompassapp, aber auch die ist nicht richtig hilfreich, wenn überhaupt keine Wegmarkierungen mehr da sind. Auf dem Weg, auf dem ich gerade wandere, ist schon lange keiner mehr gelaufen. Ich denke an das sächsische Ehepaar, die vor mir auf den Goldsteig aufgebrochen sind. Ich bemerke ein Spinnennetz, das direkt über den Weg gespannt ist. Wenn die beiden vor mir hier langgekommen wären, würde das Spinnennetz hier nicht sein. Ich sehe die Spinne. Mann, ist die groß! Und der Spinnenfaden ist richtig fest und zerreißt nicht einfach als ich hindurchgehe. Ich kann regelrecht drübersteigen. Auch einen Frosch sehe ich, der in aller Ruhe den Weg langhüpft und sich von mir fotographieren lässt.

Auf einmal höre ich ein lautes Knacken im Wald. Ein Schwammerlsucher! Ich frage ihn nach dem Weg. Er kennt weder den E8 noch den Goldsteig. Er zeigt mir einen Schleichweg, der zur nächsten Ortschaft führt. Auf dem Schleichpfad erreiche ich schließlich den Ort und ein großes Hotel. Ein verlassenes Winterhotel direkt am Skilift, wie so viele in dieser Gegend. Ein großer Parkplatz vor und hinter dem Hotel. Aber ab hier ist der Goldsteig wieder gut beschildert und Schönwetterwanderer sind unterwegs, ganz alte und ganz junge.

Auf einer Bank mit Blick auf das Hotel mache ich erschöpft Rast. Schade, dass das Hotel geschlossen hat. Ich hätte mir dort ein schönes Mittagessen bestellt und mal nach den Preis für ein Einzelzimmer gefragt. Aber es ist zu und sieht schon ein bisschen verwildert aus. Ich sehe verschiedene Gruppe an mir vorbeigehen Richtung Brotjacklriegel. Eine Familie fällt mir auf, die flott den Hang hochlaufen. Zwei Chihuahuas und zwei schwarzhaarige Töchter in modernen Klamotten.

Eine halbe Stunde später breche ich auch auf. Es geht den Skilift hoch, es stehen sogar Schneekanonen herum. Danach geht es – immer weiter bergauf – über Wiesen wieder in den Wald hinein. Auf einmal sehe ich die Familie mit den Chihuahuas, die gerade eine Pause einlegen. Ich glaube es kaum, es sind die ersten, die ich seit Wochen eingeholt habe und das noch mit Vorsprung! Als ich näherkomme, sehe ich auch warum. Die beiden Mädchen sind erschöpft und frustiert und sehen aus als ob, Weihnachten und Ostern die Geschenke ausgefallen sind. Ich wechsele mit den Eltern ein paar lustige Bemerkungen und laufe weiter. Der Gipfel ist bereits nach 100 Metern erreicht. Auf dem Gipfel steht ein großer Sender, der digital sendet und ein sehr große Reichweite hat. Zusätzlich ist ein Aussichtsturm mit kleiner Gastwirtschaft errichtet worden. Der Blick von da oben ist ein echter Rundblick. Der beste, den ich bisher auf meiner Wanderung hatte. Die Alpen liegen leider wieder im Dunst bzw. in den Wolken. Ich trinke noch etwas auf der kleinen Veranda.

Dann geht es wieder los. Diesmal nur noch bergab. Zuerst durch den Wald, wo es ziemlich steil runter geht. Dann stoße ich auf eine schmale Straße. Verflixt, die Wegmarkierung sind schon wieder so mehrdeutig. Ich habe keine Lust auf so eine Orientierungslosigkeit wie heute morgen. Ein älterer Radfahrer kommt die Straße entlang und fragt mich, ob ich einen Radfahrer gesehen hätte. Ich verneine. Auf einmal kommt der gesuchte Radfahrer hinter ihm dem Berg hoch. Welch Überraschung, anscheinend hat er ihn unbeabsichtigt sogar überholt. Ich muß schmunzeln. Die beiden kommen aus Dortmund und Unna und wir sind sofort im Gespräch. Beide sind schon im Rentenalter und fahren jetzt mit e-Bikes begeistert durch den Bayrischen Wald. Es stellt sich heraus, dass der jüngere den älteren gestern versucht hat zum Wandern zu überreden. Ich bin für die zweite Botschaft des Universums, dass sein Freund mit ihm versuchen soll. So unterhalten wir uns über das Wandern, insbesondere auf dem Goldsteig. Mit den beiden ist es lustig sich zu unterhalten. Ich merke, dass die Fragen, die sie mir stellen nach wie und wo übernachten, wienlange laufen usw., Fragen sind, wo sie ihre eigenen Bedenken und Grenzen haben. Das finde ich spannend. Ich mache sie darauf aufmerksam und sie lachen.

Schließlich laufe ich weiter durch Daxstein, dann durch den Wald und kleiner Ortschaften bis kurz vor Zenting. Immer wieder ein schönes Panorama vor mir. Inzwischen hat das Wetter umgeschlagen, es ist bewölkt und ich spüre die ersten Regentropfen. Ich spute mich. Auf einmal höre ich Schritte hinter mir. Eine Frau mit ihrem Hund zieht an mir vorbei, als ob ich stehen würde. Ich laufe weiter auf Zenting zu. Und schon wieder höre ich Schritte hinter mir und werde überholt. Ein Schwammerlsucher. Bestimmt noch mal 15 Jahre älter als ich. Und schneller!!! Das gibt es doch nicht. Wir kommen trotzdem ins Gespräch. Er spricht so stark Niederbayrisch, das ich nur die Hälfte verstehe. Es ist schon fast wie eine Fremdsprache. Englisch ist einfacher für mich zu verstehen. Er bringt die Schwammerl genau zu dem Gasthof, wo ich noch ein Zimmer ergattert habe. Ich brauch ihm nur hinterher zu hecheln.

Ich schaffe es den Gasthof zu erreichen bevor das Gewitter anfängt. Morgen werde ich auf jeden Fall gar nicht oder viel weniger laufen.

Im Bayrischen Wald: Gotteszell – Landshuter Haus – Lalling

Heute Nacht habe ich gut und lang geschlafen. Beim Frühstück bin ich der Letzte. Als ich Gotteszell durchquere, hält ein entgegenkommendes Auto neben mir: das Ehepaar aus Eschwege wünscht mir alles Gute für die weitere Wanderung! Irgendwie fühle ich mich dadurch vertrauter. Oft denke ich bei meinen Begegnungen mit den Menschen auf dem E8, dass ich sie wahrscheinlich nie wiedersehen werde, was diese Begegnungen für mich zu etwas Besonderem machen. Umso überraschender wenn ich dann doch jemandem zweimal oder auch mehrfach zufällig begegne.

Heute geht es erstmal stetig aufwärts, der größte Teil des Weges geht durch den Wald. An einem etwas dichterem Wegstück sehe ich auf einmal einen Schatten vor mir auftauchen. Ich erschrecke, es sieht aus wie ein Wolf! Nein, nicht ein Wolf, sondern sogar zwei!!! Auf die Begegnung mit verwilderten Hunden in Rumänien habe ich mich geistig schon vorbereitet. Die Begegnungen mit Wölfen dagegen hatte ich zurückgestellt, unter der Annahme, dass diese Tiere sehr scheu sind und den Menschen sowieso meiden.

Ich bleibe stehen. Die Tiere in etwa 30 Metern Entfernung bleiben auch stehen. Ich kann sehen wie ihre schwarzen Köpfe in meine Richtung sich drehen. Ich überlege, ob ich schnell meinen Rucksack ablegen soll als Schutz und nach meinem Messer greife. Auf einmal sehe ich, die Tiere sind nicht allein. Ein Mensch ist schemenhaft zu sehen. Also doch keine Wölfe. Ich bin erleichtert und marschiere weiter. Als ich die Gruppe erreiche, ist mein Adrenalinspiegel wieder auf Normalniveau. Es handelt sich um zwei belgische Schäferhunde, ihrer Besitzerin und deren Sohn.

Ich berichte den beiden von meinem Erschrecken und sie müssen lachen. Die Frau geht gerne mit den Hunden diesen Weg, weil hier so wenig Menschen gehen. Jetzt sind sie auf dem Rückweg und freuen sich schon auf das Mittagessen. Der Sohn hat dieses Jahr sein Abitur gemacht und möchte gerne in Österreich Psychologie studieren. Die inzwischen angeleinten Hunde beäugen mich kritisch, der jüngere knurrt mich anfangs sogar an. Im Laufe des Gesprächs fangen sie an sich zu langweilen, Für mich ein Zeichen, mich zu verabschieden und weiterzuziehen.

Zur Mittagszeit komme ich am Landshuter Haus an. Auf einmal sind viele Menschen da, Tageswanderer und viele Mountainbiker. Ich suche mir einen Tisch. Ich merke, dass die Anziehungskraft von Menschen auf mich in den letzten Tagen gestiegen ist. Die Belegschaft des Hauses hat eine Art Selbstbedienungssytem installiert. Dabei wird der Name und die Telefonnummer vom Wirt aufgenommen, der einem zuletzt noch eine Zahl zuruft. Diese Zahl habe ich dann sofort vergessen. Als ich meine Bestellung aufgegeben habe, fragt mich die Frau nach dieser Nummer. Ähh? Wie war die noch mal? Die Frau hinter mir hat aufgepasst und ruft mir zu: „Meine Nummer ist die 57,“ Aha, und Dankeschön!

Coronabedingt sitze ich an einem Tisch alleine. Es ist interessant, die verschiedenen Gruppen zu sehen: Familien oder Mütter mit Kindern, Gruppe von Mountainbikern (mit und ohne Führer). Eine Gruppen von Taubstummen finde ich besonders interessant, da sie sich still aber lebhaft in ihrer Zeichensprache unterhalten.

Nach einer Stunde laufe ich weiter. Diesmal nicht alleine. Immer wieder werde ich von Wanderern oder Mountainbikern eingeholt. Bin ich wirklich so langsam? Sogar Rentnerpaare überholen mich. Sind die bayrischen Rentner vielleicht alle so gut trainiert und rüstig, dass mich hier auch wirklich jeder einholt? Ich beschließe, dass es an meinem schweren Rucksack liegen muss.

Zwei Sehenswürdigkeiten liegen auf dem Weg nach unten: die hölzerne Hand und die Josephsbuche. Die Geschichte der hölzernen Hand habe ich fotografiert, so dass man sie nachlesen kann. An der Buche habe ich überhaupt nichts spektakuläres gesehen, ausser dass ein Bild von dem Heiligen daranging.

Am Ende des Weges liegt ein großer Parkplatz, der für mich die Beliebtheit des Landshuter Hauses erklärt.

Jetzt geht es ein Stück an der dichtbefahrenen Landstraße entlang. Dann sehe ich den Berghof. Auch der Berghof hat anscheinend schon bessere Tage gesehen. Das Panorama von dem Parkplatz ist toll, man kann weit in das Alpenvorland sehen. Die Alpen sind allerdings wie gestern im Dunst nicht zu sehen. Ich entdecke ein Schild, dass die Geschichte des Berghofes erzählt, der ursprünglich die Stiftung einer Ärztin war, um jungen Ärzten eine Ausbildung zu ermöglichen. Um Geld für die Stiftung zu erwirtschaften, wurde der Berghof zur Skierholung genutzt. Der Klimawandel hat dann dafür gesorgt, dass sich das nicht mehr rentiert.

Der nahegelegene Golfclub dagegen brummt. Es stehen viele Autos da und auf dem Golfplatz ist jedes Loch mit drei bis vier Spielern besetzt. Alle haben gute Laune. Vielleicht weil das Wetter gut ist, das Wochenende begonnen hat und die Kinder noch in Ferienlaune sind.

Ich wandere am Golfclub vorbei. Es ist inzwischen 17 Uhr und ich habe noch acht Kilometer vor mir bis Lalling. Es geht jetzt weiter stetig bergab. Ich habe immer wieder einen schönen Talblick vor mir. Und das ist gut so. Der Blick motiviert mich Immer wieder – insbesondere weil die Sonne immer tiefer steht – die letzten Kilometer nicht nur einfach runter zu laufen, sondern immer mal wieder stehen zu bleiben und die Aussicht bewusst zu genießen.

Trotzdem werde meine Beine müde und ich muss aufpassen, nicht ins Straucheln zu geraten. Kurz vor Lalling komme ich durch einen Wald, in dem es schon dunkel wird. Also jetzt muss ich mich doch sputen. Bald ist es 20 Uhr. Kurz vor Lalling geht es nochmal richtig steil hoch. 700 Metern vor dem Ziel! Wie gemein! Kurz vor 20 Uhr erreiche ich meine Herberge, gerade rechtzeitig, die Küche schließt um 20 Uhr.

Vielleicht sollte ich morgen nicht ganz solange wandern. Meine Füße schmerzen. Manchmal ist ein plötzlicher und stechender Schmerz da. Die Fußpflegerin hatte gemeint, dass kommt von einer zu starken Dauerbelastung und ich sollte regelmässig einen Pausentag einlegen. Vielleicht ist es ja wieder soweit.

Im Bayrischen Wald: Hintersollach – Hirschenstein – Kalteck – Gotteszell

Bei schönstem Wanderwetter steige ich in den E8 wieder ein, wo ich ihn gestern verlassen habe. Am Anfang des Tages liegt der längsten Anstieg. Zuerst geht es durch den Wald, einmal ist der Weg sogar gesperrt. Dann treffe ich auf die Zufahrtsstrasse zu dem Ort Grandsberg, wo ich gestern schon sein wollte. Die Zufahrtsstrasse ist tatsächlich gesperrt, um genau zu sein, sie wird neu gebaut. Der Teer ist noch richtig heiß und meine Wanderschuhe kleben am Belag und machen ein schmatzendes Geräusch, wenn ich die Füße hebe. Ein Teil der neuen Straße muss ich am Rand laufen, der Belag ist noch zu heiß.

Ab Grandsberg ist es ein leicht ansteigender, breiter Weg durch den Wald. Hier sind auch viele Radfahrer wieder unterwegs, die meisten mit Mountainbike. Das letzte Stück ist steiler und sehr steinig. Mir kommt eine Familie entgegen, die ich schon kurz vor Grandsberg kennengelernt habe. Die beiden Damen unterhalten sich ein bisschen länger mit mir, da sie sehr wanderinteressiert sind. Die Männer – vom Mittagshunger getrieben – sind schon weiter vorausgeeilt. Die zwei lustigen Damen entpuppen sich als Schwiegermutter und -tochter, die ein sehr gutes Verhältnis miteinander haben.

Ein bisschen beneide ich die beiden darum, aber die gute Laune ist ansteckend und ich ziehe leichtfüssig das letzte Stück zum Hirschenstein hoch. Mit über 1000 Meter einer der höheren Berge im Bayrischen Wald. Zusätzlich hat man auf dem Gipfel einen kleinen Aussichtsturm aus Stein gebaut. Von dem hat man einen sehr gute Aussicht. Trotz des schönen Wetters kann ich leider die Alpen nicht sehen. Mir gefällt es dort oben so gut, dass ich ein bisschen verweile und nebenbei auch noch Leute kennenlerne. Denn heute sind am Hirschenstein vor allen Dingen, Wanderer anwesend neben ein paar wenigen Mountainbikern, die es hier hoch geschafft haben.

Nach einer gemütlichen Rast mache ich mich wieder auf dem Weg. Ich wähle den Weg nach Kalteck, der zwar länger, dafür aber noch 2 Aussichtspunkte bietet. Da bleiben ich dann ein bisschen länger sitze und genieße einfach das Panorama.

Meine Hoffnung in Kalteck auf eine Unterkunft zerschlägt sich schnell. Es ist ein Wintersportort, der sichtbar unter den warmen Winter der letzten Jahre gelitten hat. Das Berghotel steht leer und verlassen da. Ich rufe verschiedene Unterkünfte in Gotteszell an. Am Ende habe ich Glück und kriege ein Zimmer. Aber es sind noch 9 Kilometer zu laufen und es ist schon später Nachmittag. Ich überquere die Straße und wandere den Regensburgstein hoch. Auch da gibt es einen Aussichtspunkt, jetzt sogar mit Abendsonne. Der Regensburgstein war der letzte Anstieg des Tages, ab da geht es nur noch bergab. Zuerst durch den Wald. Ich merke, dass die Tage nicht mehr so lang wie noch im Juli sind. Es fängt schon an dämmrig im Wald zu werden. Meine Beine fangen an müde zu werden vom Abwärtslaufen. Als ich schließlich aus dem Wald rauskomme, habe ich das Tal, in dem Gotteszell liegt, vor mir. So, lässt es sich aushalten, mit dem Tal in der Abendstimmung vor mir erreiche ich meine Herberge. Die Wirtin empfängt mich mit dem Worten, falls ich noch etwas essen möchte, müsste ich bald kommen, da die Küche bald schließt. Ich beeile mich, denn ich habe seit dem Frühstück nur zwei Äpfel gegessen.

Beim Abendtisch lerne ich zwei Ehepaare kennen: Ein Ehepaar aus Eschwege, die sich vor zwei Tagen entschieden haben, spontan in Deutschland Urlaub zu machen und ein Ehepaar kommt aus Plauen. Der Sachse erkennt mich sofort wieder, da er mich am Hirschenstein gesehen hat. Seine Frau ist erstaunt, da er sonst nie jemanden wiedererkennen würde. Das liegt bestimmt an meinem weißen Bart und der Tatsache, dass die beiden den Goldsteig in einer Mehrtagestour bis Passau wandern. Auch der Goldsteig ist menschenleer und man merkt sich, wenn man schon mal jemandem begegnet.

Es wird ein geselliger Abend und wir unterhalten uns angeregt über die Tische hinweg, um die Abstandsregeln einzuhalten. Sogar der Wirt beteiligt sich an unseren Gesprächen über Wanderwege, den Bayrischen Wald, die sächsische Schweiz, den Tourismus in der Region und den Hütten des Alpenvereins. So einen Austausch zwischen Wanderer habe ich schon die ganze Zeit vermisst. Endlich! Die beiden Sachsen haben die Luxusvariante gewählt und lassen sich ihr Gepäck zum jeweiligen Tagesziel fahren und haben schon alle Unterkünfte im voraus gebucht. Vielleicht kann ich meinen Rucksack morgen auch mitfahren lassen, mal schauen, wie meine Route morgen aussieht. In Richtung Passau wandere ich schließlich auch.

Ich geh ganz beschwingt in mein Zimmer. Im Bayrischen Wald wird das Licht früh ausgemacht, um Strom zu sparen.

Meinen Füssen geht es trotz des langen Wandertages heute ganz gut. Der eine Tip meiner Fußpflegerin aus Bad Kreuznach mit dem Fersenstrumpf hat sich bewährt. Der andere Tip, am Ende eines Tages ein dreissigminütiges Fußbad mit Natron zu nehmen, hat auf jeden Fall eine sehr entspannende Wirkung. Ob es die Milchsäure schneller abbaut, werde ich morgen wissen.

Im Bayrischen Wald durch das Perlbachtal: Sankt Englmar – Obermühlbach – Schwarzach

Am Morgen lerne ich den Wirt und die Frühstücksfee kennen. Alle sind sehr nett und aufgeschlossen. Der Wirt hat das Haus seit 17 Jahren gepachtet und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Es musste genau dieses Haus sein und er hatte damals aktiv bei den Besitzern nachgefragt. Er war erfolgreich und hat dann sein Leben geändert. Die Frühstücksfee kommt aus Worms und ist schon Großmutter. Um bei ihren Enkel in der Nähe zu sein, ist sie in den Bayrischen Wald gezogen.

Das Haus ist sehr bei Architekten und Designern beliebt. So geht es mir auch. Ich photographiere das Haus auch von außen. Der Blick ins Tal ist schön. Der Wirt fährt mich dann noch netterweise an den Einstieg des E8 in Maibrunn. Dabei kommen wir an der Sommerrodelbahn vorbei. Es sind schon viele Tagestouristen da. Der Wirt meint, dass bei schönem Wetter es sogar noch mehr seien. In Maibrunn verabschiede ich mich von ihm. Er geht jetzt noch eine Stunde Radeln und ich gehe den Rest des Tages Wandern.

Am Anfang habe ich Schwierigkeiten mich zu orientieren. Da, wo laut Karte der E8 langgeht, steht ein Familienhotel. Ein Familienhotel vom feinsten mit eigenem Kinderbetreuungsteil, Streichelzoo und einem Schwimmbad mit kolossaler Wasserrutsche. Wow! Da wäre ich als Kind auch gerne gewesen. Hier können Eltern ihre Kinder zum Bespaßen abgeben und haben endlich ihre Ruhe. Ich rätsele ein bisschen: die Eltern arbeiten und haben Kinder. Um mal gemeinsame Zeit zu verbringen, fahren sie in den Bayrischen Wald ins Familienhotel und bezahlen teuer Geld, um ihre Kinder unterhalten zu lassen. Naja, denke ich mir, dann wissen sie wenigstens wofür sie arbeiten. Ich muss dass Familienhotel weitläufig umgehen, um auf den E8 zu kommen. Wahrscheinlich war der E8 schon da, als das Hotel zum Familienhotel erweitert wurde und wurde deshalb verlegt.

Kurz nach dem Hotel kommt die zweite Attraktion der Gegend: Der Wipfelweg. Auch hier ein sehr großer Parkplatz und viele, viele Menschen. Der Wipfelweg ist ein Weg durch die Baumkronen, die in einem großen Turm münden. Von dort aus hat man einen tollen Blick in die Ebene nach Straubing. Es sind mir zu viele Menschen. Hundert Meter weiter auf dem E8 bin ich aber wieder ganz alleine.

Ich marschiere durch den Wald und es geht ständig bergab bis in das Dorf Obermühltal. Dabei begegne ich einer Stelle, an der man mit einer Zange, sich eine Markierung in seinem Wanderbuch stanzen kann (siehe Beitragsbild). Skurril, so was habe ich noch nicht gesehen. Bei den Pilgern auf dem Jakobsweg ist es üblich, sich eine Art Pilgerbuch abstempeln zu lassen. Das können sie z.B. in einer Kapelle am Jakobsweg machen lassen oder bei einer als Pilgerherberge eingetragenem Gasthof. Ich rätsele, wofür die Wanderer oder Pilger das Buch verwenden wollen. Als Leistungsnachweis zum Angeben? Als Erinnerungsbuch? Oder aus reiner Sammelleidenschaft? Mein Bruder und ich habe eine Zeitlang Streichholzschachteln in Frankreich gesammelt. Es war eine Art Urlaubserinnerung für uns, aber natürlich auch Sammelspaß.

In Obermühltal beginnt das Perlbachtal. Ich folge dem Perlbach abwärts durch das Dorf. Am Ende des Dorfes geht es auf die Höhe und die nächsten zwei Kilometer durch den Wald. In Hochsolln geht es quer durch das Tal auf die andere Talseite.

Es ist Nachmittag und ich würde gerne nach Grandsberg auf über 800 Meter hoch gehen und dort ein Zimmer nehmen. Ich telefoniere, um eine Unterkunft zu finden. Doch ich werde enttäuscht, die dortigen Herbergen haben alle geschlossen, weil der Zufahrtsweg gesperrt ist. Rundherum gibt es keine Unterkünfte. Ich plane um und laufe immer weiter bergab nach Schwarzach. So macht Wandern Spaß, das Wetter ist schön geworden und ich wandere in Richtung talabwärts mit schönem Blick.

Am Abend erreiche ich Schwarzach. Das größte Gebäude in Schwarzach scheint eine Brauerei zu sein. Das gegenüberliegende Rathaus wirkt im Vergleich dazu mickrig. Die Schwarzacher wissen schon, was so richtig wichtig im Dasein eines Niederbayerns ist.

Ich finde eine Unterkunft am Marktplatz.